02.04.2011

Was ist der wahre Preis von Energie? Ein lesenswerter Kommentar auf sueddeutsche.de

Ein sehr lesenswerter Kommentar auf sueddeutsche.de [1] von Patrick Illinger über den wahren Preis von Energie:

"Was kostet Energie? Einen Euro und siebzig Cent pro Liter Super-Benzin würde vielleicht ein Autofahrer antworten. ... eine Familie müsste auf die knapp 25 Cent verweisen, die ihr Stromanbieter für die Kilowattstunde in Rechnung stellt. Doch alle diese Antworten sind falsch. Die wahren Kosten von Energie liegen viel höher; wahrhaben möchte das aber niemand."

"Es ist eine Scheinwelt, in der Energie so billig ist, dass sie hemmungslos verschleudert werden kann. Es ist eine Welt, in der sich kaum jemand darum schert, ob sein Computer über Nacht ausgeschaltet ist, wie viel der Kühlschrank verbraucht und wie viel Wärme durch schlecht gedämmte Fenster verpufft."

"In dieser Welt kann man eine 60-Watt-Glühbirne 37 Stunden lang brennen lassen zum Preis einer Standard-Briefmarke. Natürlich profitiert die Industrie von diesen Preisen. In den meisten Fabriken zählt nur die Produktivität der Maschinen, die Zuverlässigkeit und die Anschaffungskosten. Der Energieverbrauch ist eine Marginalie in der Bilanz."

"Wer seriös über Energie reden will, muss anerkennen, dass die wahren Kosten des globalen Energiehungers nie auf Stromrechnungen erscheinen, sondern von der Gemeinschaft getragen werden."

Illinger zieht den Schluss: "Eine verantwortliche Energiepolitik wird teurer für den Verbraucher. Aber sollte es uns das nicht wert sein?"

Was fehlt, ist der Hinweis auf die Lösung und die positiven "Neben"effekte: wenn wir Energie durch höhere Besteuerung teurer machen, bauen wir nicht nur die Diskrepanz zwischen dem wahren Preis der Energie und unserer Stromrechnung ab und können die durch den Energieverbrauch entstandenen Schäden nach dem Verursacherprinzip beheben – wir können auch die Steuerlast auf menschliche Arbeit reduzieren und damit nachhaltig Arbeitsplätze schaffen (siehe auch unsere Zusammenstellung Argumente und Vorteile).

Ja: Energie wird teurer werden. Das ist aber weder für die privaten Verbraucher noch für die Industrie ein Nachteil, wenn dadurch die Einkommen steigen und gleichzeitig die Arbeitskosten sinken!

[1]  Kommentar von Patrick Illinger, sueddeutsche.de: Die Energie-Lüge. 02.04.2011
http://www.sueddeutsche.de/politik/was-strom-kosten-darf-die-energie-luege-1.1080516


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