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6 Kommentare & Leserbriefe zu diesem Artikel

15.05.12 | von Dr.-Ing. Peter Kosack: Schieflage zwischen Arbeit und Energie versus Zinslast

Die Schieflage zwischen Arbeits- und Energiekosten ist nicht das primäre Problem der Ökonomie, sondern die (direkte und indirekte) Zinslast. Diese ist auch die Hauptursache für die Schieflage, da sie bei den Arbeitskosten höher ist als bei den Energiekosten. Steuerliche Maßnahmen sind Symptombekämpfung, aber keine Ursachenbeseitigung. Die Beseitigung des Zinses bedeutet allerdings auch einen viel tieferen Eingriff ins System.

Eine künstliche Erhöhung der Energiekosten ist beim Wechsel zu erneuerbaren Energien auch nicht sinnvoll, da dadurch der Trend zu dezentralen und autonomen Strukturen, die ja gerade die Stärke der regenerativen Energien sind, ausgebremst wird. Eine Ökosteuer oder ähnliches ist nur sinnvoll, um die Verwendung von fossil-atomaren Energieträgern auszubremsen.

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18.05.12 | von Jürgen Grahl und Gerhard Hübener: RE: Schieflage zwischen Arbeit und Energie versus Zins

Sehr geehrter Herr Kosack,

Vielen Dank für Ihre Zuschrift. Dass die Zinslasten und das sich hierdurch immer mehr verselbständigende Wachstum großer Vermögen und Schulden auch ein ernstes Problem darstellen, steht außer Frage. Jedoch ist Ihre Argumentation nicht stichhaltig, denn die Zinslasten ändern nichts an den Kostenrelationen zwischen Arbeit und Energie. Die Schieflage zwischen diesen beiden Produktionsfaktoren würde auch ohne die Zinsproblematik bestehen – ja sie verschärft letztere sogar noch, denn der von der Schieflage ausgehende Wachstumszwang nötigt die Staaten zu immer neuen "Konjunkturspritzen" und damit zu oft fragwürdigen Investitionen; dies hält die Kapitalnachfrage und den Zins hoch. Eine "Beseitigung des Zinses", wie Sie sie fordern, würde den Kostenanteil des Faktors Kapital (Maschinen und Anlagen) senken und damit unter den Bedingungen der jetzigen Schieflage die Ersetzung von teuren und produktionsschwachen Arbeit-Kapital-Kombinationen durch billige und produktionsstarke Energie-Kapital-Kombinationen, d.h. den Trend in Richtung Vollautomatisierung sogar eher noch beschleunigen – und damit die gegenwärtige Krise tendenziell verschärfen.

Bezüglich Ihres zweiten Einwandes dürfen wir auf den Text Stromsteuerbefreiung für regenerative Energien? verweisen; dort ist ausführlich erläutert, weshalb die von uns vertretene produktionstheoretische Begründung von Energiesteuern eine Besteuerung auch erneuerbarer Energien erforderlich macht – und weshalb Regenerativstrom unter den Bedingungen des EEG von einer Stromsteuerbefreiung gar nicht profitieren würde.

Mit besten Grüßen Jürgen Grahl und Gerhard Hübener

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19.05.12 | von Christian Toloczyki: Zusammenhang zwischen Arbeit und Energie

Naturwissenschaftlich betrachtet kann die angesprochene Form der Energie als Aspekt der Arbeit aufgefasst werden. Arbeit und Energie haben die gleiche Einheit, nämlich Joule. Die menschliche Arbeit umfasst natürlich mehr als nur die Anwendung physikalischer Kraft auf einen Körper. Aber zu Zeiten von Adam Smith spielte die körperliche Arbeit noch eine deutlich größere Rolle als heutzutage. Die menschliche Arbeit umfasst auch die geistige Arbeit, deren Ergebnis und wirtschaftliche Bedeutung jedoch nur mittelbar mit dem dabei stattfindenden Energieverbrauch zu tun hat, wie etwa der Vergleich der geistigen Arbeit eines Grundschülers und eines Wissenschaftlers ergibt. Dieser Aspekt bringt uns zum Begriff der Informationsverarbeitung. Für mich ist diese kein Aspekt des Kapitals, sondern der menschlichen Arbeit. So, wie sich der Mensch zu Zeiten der industriellen Revolution zunehmend der Technik bediente, um seine begrenzten körperlichen Kräfte zu steigern und damit eine drastische wirtschaftliche Entwicklung in Gang zu setzen, so bedient er sich heutzutage der Informationstechnologie, um seine geistigen Kräfte zu steigern, auch wieder mit dem Resultat einer dramatischen, auch wirtschaftlichen Weiterentwicklung, deren Anfang wir heutzutage miterleben dürfen. Damit sind diese beiden Aspekte im Modell des Adam Smith enthalten und wir können allein schon daraus die Produktionsmächtigkeit dieser Faktoren als Aspekte der Arbeit ermessen. Es bedarf keiner neuen Produktionsfaktoren, um die heutige Wirtschaft zu erklären, sondern einer zeitgemäßen Definition der vorhandenen.

Das tut jedoch Ihrem Ansatz keinen Abbruch, dass eine höhere Besteuerung der Energie den heutigen Notwendigkeiten, Energieeinsparung und Senkung der Kosten der Arbeitskraft, entgegenkommen würde. Dies scheint in den höchsten politischen Kreisen auch nicht unbekannt zu sein, nur wird es leider nicht umgesetzt. Gute Lobbyarbeit der Energiekonzerne?

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02.06.12 | von Dr. Burkhard Rahn: Übersetzung in andere Sprachen

Sehr geehrter Herr Dr. Grahl,

Ihre Gedanken, eine Landesregierung zu ermuntern, von Lohnkosten-Steuern auf Energiekosten-Steuern umzusteigen, verfolge ich nun schon längere Zeit. Dass dadurch menschliche Arbeit aufgewertet und die Arbeitslosigkeit in einem Land gemindert werden könnte, war in Deutschland vor Jahren noch sehr zu begrüßen gewesen, ist aber in der heutigen Zeit mit Arbeitskräftemangel nicht mehr das Problem.

Dagegen könnte es bei den Griechen, Italienern, Spaniern oder Portugiesen mit Euro- oder Landeswährung ein Rezept aus der Krise sein. – Haben Sie schon mal daran gedacht, Ihre Thesen in die Landessprachen dieser Länder übersetzen zu lassen, um sie dort publik zu machen? – Ich denke, es wird nicht reichen, sie dort unters Volk zu bringen, sondern man müsste mit entsprechender Lobby-Arbeit die wirklich mächtigen Leute dort davon zu überzeugen versuchen. Wenn es dort klappen würde, würde sich vielleicht auch Deutschland dieser politischen Wende anschließen. Z.Zt. steht in Deutschland die große Arbeitslosigkeit nicht mehr so im Vordergrund, dass Handlungsbedarf besteht.

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27.08.12 | von Dr. Frederik Orlando Kaster: Vernachlässigung von Importzöllen

Eine sehr gute und wichtige Initiative, welche volle Unterstützung verdient. Obwohl ich noch nicht alle Artikel im Detail studieren konnte, scheint mir ein Aspekt noch nicht ausreichend berücksichtigt zu sein, nämlich die "versteckte Energie" in Importgütern: eine Erhöhung der Energiesteuern in Deutschland ohne gleichzeitige Erhöhung der Importzölle würde vermutlich hauptsächlich dazu führen, dass energieintensive Industriezweige noch mehr in Länder mit niedrigeren Regulatorien (z.B. China) verlagert werden. Ich schlage vor, diesen Punkt dem Konzept hinzuzufügen: dies würde es auch deutlich schmackhafter für die deutsche produzierende Industrie machen.

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11.09.12 | von Gerhard Hübener: Re: Vernachlässigung von Importzöllen

Vielen Dank für den Hinweis. Für diesen Fall gibt es das bekannte Instrument der Grenzausgleichsabgaben, bewährt u.a. beim Ausgleich unterschiedlicher Steuern auf Alkohol und Zigaretten. Wir haben Ihren Hinweis in einem kurzen Beitrag unter "Fragen & Einwände" aufgegriffen.

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